Einblicke der Mitgliederversammlung am 19. März 2026

Ein paar Eindrücke zur Mitgliederversammlung am 19. März 2026 erhalten Sie hier:

Beste Prüflinge und Schulungen hoch zwei

Wie viele verschiedene Schulungen die Mitarbeiter im Kraftfahrzeuggewerbe inzwischen machen müssen oder sollten, kann sich ein Außenstehender kaum vorstellen. Die Liste der Angebote in den nächsten Monaten, die Wolfgang Gross auf der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Nürtingen–Kirchheim unter Teck in der Limburghalle in Weilheim nannte, war lang: Für sauberere Luft gibt es mehrere AU-Schulungen und eine spezielle Diesel-AU-Schulung. Für Elektroautos gibt es die Hochvoltschulung 2S und die Hochvoltschulung 3S für Arbeiten unter Spannung. Es gibt eine AUK-Schulung für Krafträder und eine Airbagschulung. Bei der Klimaschulung für die Arbeit mit Klimaanlagen erfordert eine EU-Richtlinie neue Sachkundenachweise. Sie gelten künftig nicht mehr unbeschränkt, sondern nur noch sieben Jahre lang. Dann muss nachgeschult werden.

Doch die Basis ist zuerst einmal die Gesellenprüfung, bei dieser waren die 46 Prüflinge im Bereich der Innung Ende Februar sehr erfolgreich: 45 Kfz-Mechatroniker haben bestanden, 12 davon – darunter die einzige Frau - mit der Note gut. Nur einer fiel durch – das entspricht einer Durchfallquote von 2,2 Prozent, weit weniger als im bundesweiten Durchschnitt. Sieben besonders gute Prüflinge wurden bei der Versammlung geehrt und bekamen einen Urkunde und einen Werkzeugkoffer überreicht.

Auf die Auswirkungen des Irankriegs auch auf das Kfz-Gewerbe ging Obermeister Karl Boßler ein. Es könne zu höheren Preisen, längeren Lieferzeiten und Engpässen bei Ersatzteilen und Verbrauchsmaterial kommen. Die Landtagswahl habe ein „Weiter so“ in Richtung Transformation bestätigt: Die E-Mobilität bleibe im Fokus. „Die Branche muss investieren, Digitalisierung und Hochvolt bleiben Pflicht.“ Das Kundenverhalten polarisiere sich: Sowohl das E-Auto als auch der klassische Verbrenner seien gefragt. Der Fachkräftemangel bleibe kritisch. Deshalb unterstützt die Kfz-Innung ihre Betriebe bei der Nachwuchswerbung: Wer an mindestens einer Ausbildungsmesse teilnimmt, bekommt von der Innung kostenlos einen individuell gestalteten Messestand.

Mit der EU-Altfahrzeugverordnung, die die Europäische Kommission am 23. Februar veröffentlicht hat, kommen laut Boßler auf die Werkstätten und den Handel weitreichende Veränderungen zu. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) werde sich in den Gesetzgebungsprozess einbringen: Es dürften keine neuen bürokratischen Parallelstrukturen entstehen und die Kosten dürften nicht auf die Werkstätten abgewälzt werden.

Wie vielseitig die 1925 gegründete DEKRA als Partner von Betrieben tätig ist, präsentierte deren Vertriebsmitarbeiter Björn Schwenk. Früher habe er gedacht, der alte Baumarkt-Werbespruch „alles außer Tiernahrung“ würde auch für die DEKRA passen. „Doch das stimmt nicht, sogar mit deren Fertigungsprozessen haben wir zu tun.“ Damit Kfz-Betriebe bei allen Vorschriften zu Rolltoren, zur Lagerung brennbarer Gase, zur Staplerprüfung, zur Beleuchtung von Arbeitsgruben, zum Arbeitsschutz in Büro und Werkstatt und vielem mehr nicht den Überblick verlieren, bietet sich laut Schwenk die Hilfe der DEKRA an – mit 74 Niederlassungen und 33.000 Stützpunkten in Deutschland. Sie kümmert sich auch um die Cybersicherheit von E-Autos, fördert das autonome Fahren und hat sogar einen Bunker, um zu Forschungszwecken eine Batterie explodieren zu lassen.

Die Einnahmen und Ausgaben der Kfz-Innung sind ausgeglichen, die Beiträge bleiben stabil. Wer als Betrieb erst einmal die Angebote der Innung testen will, bekommt ein Jahr lang eine beitragsfreie Schnuppermitgliedschaft. Und wer seine Innungskontakte im Ruhestand weiterhin pflegen will, kann das beim regelmäßigen Rentnertreff tun, dort sind auch Besucher mit über 90 Jahren dabei.