Saisonstart für Winterreifen

Von Oktober bis Ostern haben die weicheren Pneus Saison

 

Der Wechsel auf Winterreifen steht jetzt an. Denn von O bis O, von Oktober bis Ostern, ist ihre Saison. Und das aus gutem Grund. Durch ein zickzackartiges Lamellenprofil und eine weiche Gummimischung sorgen sie für bessere Fahrbahnhaftung und kürzere Bremswege – und somit für mehr Sicherheit.

 

Bei einem Termin im Kfz-Betrieb werden die Reifen fachmännisch überprüft: Wie steht es mit Luftdruck, Profiltiefe, Alter sowie Wintereignung der Pneus? Die Profis kontrollieren auch Reifenflanken und Profil. Nach der Demontage ziehen die Sommerreifen ins Winterquartier, entweder in die heimische Garage oder ins Reifenlager der Werkstätten.

 

ABC zum Reifenwechsel

Eigentlich eine runde Sache: Jährlich im Oktober erfolgt der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen. Doch wohin mit der Sommerware? Wann ist ein Reifen alt? Und wer gibt Hilfe beim Kauf neuer Pneus? Fragen, die vor dem Winter geklärt werden sollten. Immerhin rangierten Reifenschäden auch 2014 an fünfter Stelle der ADAC-Pannenstatistik, gleichauf mit Defekten am Motor.

 

Alter: Reifen, die schon zehn Jahre rollen, fangen an auszuhärten und werden gegen neue ausgetauscht. Auskunft über das Herstellungsdatum gibt die DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Beispiel: 0409 = 4. Kalenderwoche 2009.

 

Auswuchten: Profis wuchten Reifen vor der Montage aus. Damit laufen sie wieder rund und werden gleichmäßig abgefahren. Anderenfalls drohen Beulen und Wellen im Profil, gefährliche Ausweichmanöver können tödlich enden.

 

Ersatzrad: Das fünfte Rad am Wagen braucht spätestens während des Wechsels und vor der großen Winterreise volle Aufmerksamkeit: Wie alt ist es? Stimmt der Luftdruck (ein Bar über der normalen Angabe ist perfekt)? Schließlich soll es das Auto im Notfall sicher in die Werkstatt bringen.

 

EU-Reifenlabel: Das Öko-Etikett gibt Kaufhilfe, welche Modelle spritsparend und leise rollen sowie im Regen gute Bremswerte zeigen. Reifen sind damit besser vergleichbar.

 

Europa: Jedes Land schreibt Regeln zum Thema Winterreifen vor, allerdings fast jedes unterschiedliche: generell, situativ, zeitlich begrenzt oder mit Verkehrszeichen angeordnet. Vor der Tour sollten sich Reisende genau informieren.

 

Fülldruck: Mit dem korrekten Luftdruck fährt es sich sicherer, länger und kostengünstiger. Die Angaben stehen in der Bedienungsanleitung, auf dem Tankdeckel oder an der Fahrertür. Geprüft wird regelmäßig nach zwei Wochen immer am kalten Reifen. Gut, wer sich auf das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verlassen kann. Auf Reisen verträgt der Lastesel übrigens 0,3 Bar mehr gegenüber der Herstellervorgabe.

 

Größe: Die passenden Reifengrößen sind im alten Fahrzeugschein oder in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil 1 gelistet. Beim Reifenkauf hilft der Fachhandel nicht nur bei der richtigen Wahl, sondern ordert gleich auch die für das Fahrzeug passende Dimension.

 

M+S-Reifen: Die Bezeichnung steht auf Winter- und Ganzjahresreifen und bedeutet Matsch + Schnee. Sie dürfen demzufolge auch im Winter gefahren werden. Werkstätten und Reifenhändler raten jedoch zu denen mit dem Schneeflockensymbol. Sie sind speziell für den Kälteeinsatz konzipiert.

 

Profil: Obwohl gesetzlich ein Mindestprofil von 1,6 Millimeter vorgeschrieben ist, empfehlen Experten für die Winterware mindestens vier Millimeter. Gemessen wird an der abgefahrensten Stelle.

 

RDKS: Für die Montage und Demontage von Pneus mit Reifendruck-Kontrollsystemen (RDKS) sind Spezialwissen und -werkzeug gefragt. Diese Arbeiten gehören in Profi-Hand. RDKS-Reifen sind seit November 2014 in allen neu zugelassenen Fahrzeugen Pflicht.

 

Wechsel: Der Gesetzgeber schreibt kein konkretes Datum vor, wohl aber eine der Witterung angepasste Bereifung. Allgemein gilt die Regel: Winterreifen werden von Oktober bis Ostern gefahren. Die Kfz-Meisterbetriebe empfehlen die Umrüstung, wenn die Temperaturen dauerhaft unter sieben Grad Celsius rutschen.

 

Winterreifenpflicht: In Deutschland müssen Fahrzeuge bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit Winterreifen fahren. Wer die situative Winterreifen-Pflicht missachtet, muss mit mindestens 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.